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13.11.09

Den Kindern Sorge tragen!

Heute, Ende Oktober, besucht das Töchterchen Hadía den Kindergarten. Seit bald zwei Monaten. Mutter und Geschwister begleiten sie auf Weg zum oder vom Postauto. Ihr Leben ist eine Facette reicher geworden. Und der früher oft traurige Ausdruck der Kinderaugen Hadías ist kaum noch zu beobachten.
Der Vater aber sitzt immer noch in Ausschaffungshaft, obwohl er als Kurde kaum Aussichten auf ein Einreise-Visum in sein Herkunftsland Syrien hat. Und wenn doch: das jüngste Kind ist hier geboren, und das dürfte er nicht mitnehmen.
Das Kind Hadía hat jetzt keine Angst mehr vor dem Reh, das neben der Strasse grast. Auch vor den anderen Kindern nicht mehr. Sie spielt auf dem Pausenplatz vor dem Schulhaus Pardisla gerne mit den Schülern. Sie wäre längst schulreif, wenn – ja, wenn sie in ihrem bisherigen Asylheim-Leben Gelegenheit gehabt hätte, all die kleinen Dinge des Alltags zu erfahren: was Kinder miteinander spielen, streiten, rennen, lachen, wie man mit Erwachsenen Gespräche führt, wo man vertraut oder misstraut. Jetzt hat sie Vieles bereits gelernt, dank der Freundlichkeit und Mithilfe von Vielen beim Schulweg, beim Einkleiden, im Alltag. Die Umwelt ist kameradschaftlich geworden. Sie ist zu einer Miteinander-Welt geworden, und das tut auch uns gut. – Ein Danke der Kindergärtnerin und all den vielen Helfern und Spendern, auch der Schulbehörde, die eine Erlaubnis erteilt hat.
Siegfried Müller, Grüsch
Quelle: Fokus Asyl GR

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