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Illegale Ausschaffung einer kolumbianischen Mutter

Ende September 2009 wurde eine kolumbianische Mutter drei Tage nach ihrer Verhaftung nach Bogotá ausgeschafft. Zwölf lange Jahre war sie nicht mehr in ihrem Herkunftsland. Ihr noch nicht volljähriger Sohn, der zwei Tage zuvor ebenfalls verhaftet wurde, bleibt in der Schweiz, in der Aussschaffungshaft. Die Behörden bemühen sich um eine Geburtsurkunde, damit sie den Sohn, der seit seinem 5. Lebensjahr in der Schweiz lebt und hier die gesamte obligatorische Schulzeit erfolgreich absolviert hat, ebenfalls so bald wie möglich ausschaffen können.

Nach Aussage des Bleiberecht-Kollektives wurde mit diesem Vorgehen der Behörden das Recht in zweifacher Weise verletzt und ist deshalb als illegal zu bezeichnen. Zum einen wurde mit der Trennung von Mutter und Sohn das Recht auf die Einheit der Familie (Art. 44 AsylG) verletzt, zum andern sollte bei einer formlosen Wegweisung innert drei Tagen eine Beschwerde eingereicht werden können (Art. 64 AuG). Dies war, da die Ausschaffung an einem Sonntag erfolgte und die zuständigen Ämter übers Wochenende geschlossen haben, nicht möglich. 
Am Tag der Ausschaffung verweigerte die Kantonspolizei sowohl gegenüber dem Anwalt der Mutter, wie auch gegenüber den rund 70 Personen, die sich spontan zu einer Protestaktion gegen die Ausschaffung zusammengefunden haben, genaue Informationen.
Ein Kontakt zwischen Mutter und Sohn wurde den beiden bis zuletzt verweigert.

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