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9.6.2010

Engherzige Hilfeleistung bei Spitalaufenthalt und -austritt

Eine junge Mutter aus Sri Lanka "wohnt" mit ihrem Mann und ihrem 2-jährigen Sohn im Flüeli. Sie muss für eine Operation einige Tage ins Spital Schiers. Ihr Mann möchte sie möglichst häufig besuchen können, auch weil sie recht ängstlich ist und sich im Spital kaum verständigen kann. Vom APZ erhält er dafür keine Unterstützung, insbesondere keinen Beitrag an die Fahrtkosten von Valzeina nach Schiers. Für die Zeit des Spitalaufenthaltes wird ihm einzig bewilligt, bei einer befreundeten Familie in Haldenstein zu wohnen. Für die Fahrtkosten von Haldenstein nach Schiers kommt das Soli-Netz auf.

Obwohl der Spitalaufenthalt sich auf eine Woche verlängert, erhalten Vater und Sohn während der ganzen Zeit keinerlei Unterstützung. Ihre Nothilferationen werden weiterhin im Flüeli abgegeben und von einer anderen Bewohnerin für sie verwahrt. Wegen der hohen Fahrtkosten kann der Vater diese Lebensmittel aber nicht abholen und muss seinen Gastgebern in Haldenstein zur Last fallen.

Der Rückflug der Familie in die Heimat soll vier Tage nach Spitalaustritt stattfinden, die Tickets sind gebucht. Weil die Mutter beim Laufen und Treppensteigen noch Mühe hat, bittet der Vater beim APZ um die Erlaubnis, dass die Familie die vier Tage vom Spitalaustritt bis Heimflug bei Freunden wohnen darf. Dies wird nicht bewilligt.

Bei Spitalaustritt ist die Mutter noch nicht imstande, den halbstündigen Fussmarsch vom Schulhaus Valzeina ins Flüeli zu bewältigen. Der Spitalarzt bittet die Heimleitung, die Familie beim Spitalaustritt zu unterstützen. Den Weg vom Spital bis zum Schulhaus Valzeina müssen sie jedoch mit Zug und Bus zurücklegen. Am Schulhaus werden sie von Heimleiter abgeholt. Aber obwohl alle Plätze im Auto frei sind, darf nur die Mutter ins Flüeli hinauf fahren. Der Vater muss mit Sohn und Kinderwagen zu Fuss gehen, er sei schliesslich nicht operiert worden...
FokusAsyl Graubünden

 

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